06886 Lutherstadt Wittenberg 
Lutherstraße 43 a
Tel./Fax.:03491 / 886371
Die Kleine Galerie
des Kulturbundes 
zeigt

Karikaturen von Paul Pribbernow
"Schwein muß man haben ! "


Paul Pribbernow

- geboren am 11.11,1947 Holbeck (Luckenwalde)
- lebt in Radewege bei Brandenburg
- Rentner, Autodidakt
- zeichnet für Unsere Jagd und den Eulenspiegel
- 4 Bücher im Selbstverlag
- Internetadresse:  r.pribbernow@gmx.de


 

Kurze Gedanken zu Paul Pribbernow zur Eröffnungder Ausstellung im Kulturbund Wittenberg, von Armin Schubert

Bei Christa Wolf las ich gerade wieder, alle Kunst sei in gewisser Weise Wiederholung. Dies schreibt sie im zweiten Band zu „Ein Tag im Jahr“.
Es ist auch so, wenn man in so langen zeitlichen Abschnitten allein die vom Zeichner P.P. bearbeiteten Themen anschaut. Nicht, dass der Zeichner sich dauernd wiederholt. Nein, aber die Kunst holt uns zum Beispiel das Geschehene wieder ins Gedächtnis.
Wenige Tage vor der ersten Wittenberger Ausstellung von 1985!, der ersten bei ihnen in WB, in der Stadtkirche, und von Friedrich Schorlemmer organisierten Ausstellung, - danach war er vor wenigen Jahren bei Eva Löber im Cranach-Haus zu sehen - damals waren wir beim Vater vom „Frechen Zeichenstift“, Herbert Sandberg, in Berlin, um Paul in der DDR einem breiten Publikum bekannt zu machen. Im „Magazin“ vom März 1986, dieser monatlichen „Bückware“, hat Professor Sandberg dann ja Paul als ungewöhnliche Künstlerpersönlichkeit vorgestellt, den man fördern müsse.
Gefunden habe ich  auch Notizen zu dieser ersten Wittenberger Ausstellung, die damals  von Mai bis November 1985 zu sehen war. –Ich habe den Künstler damals zum Aufbau der Ausstellung und zum Abschlussgespräch begleitet.
Da findet sich im Gästebuch Sätze, wie:
 „Ich möchte so gut reden können, wie er zeichnen kann“;
oder: „Vielen Dank nicht nur dem Künstler für seine ausgezeichneten Grafiken, sondern besonders auch Dank der Kirchengemeinde, die den Mut hat, solche Bilder der Öffentlichkeit zu präsentieren. Weiter so!“
Der Mut und das Verständnis vieler Menschen, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren, fehlen mir heute, 
im Jahr 2013, schmerzlich  - deutschlandweit 
.Am 16. November 1985 hatten wir dann im Bugenhagen-Haus ein Ausstellungsgespräch und es wurde gefragt:
„Welche Wertvorstellungen und Lebensweisen macht Pribbernow zum Thema?“
Wenn man das von ihm Thematisierte anschaut, mit Abstand, dann sieht man seinen kritischen, z.T. selbstkritischen Blick, der eine gewisse Milde mit uns Menschen hat. In seinen Bildern findet man, wie viel Allgemeines oft  in Persönlichem steckt. Und so kann man nur wünschen, dass der Betrachter, die Betrachterin dieser Karikaturen hier in Wittenberg und in dem neuen Band „Jägerglück“ , der das Bedürfnis hat, zu urteilen, zu richten -  dass dieses Bedürfnis  durch Selbstentdeckung und Selbstwahrnehmung ergänzt werden mag.
Armin Schubert

Stecken wir doch in einer heftigen Krise. –Die Schweine zeigen auch diese.


 

    

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