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Es gibt neue Hoffnung für das KTC

Supersonntag  27.10.2013

Freizeit und Bildung für Kinder. Eltern. Großeltem und Touristen:
Wittenberger Erlebniswelt
 

CDU-Stadträtinnen machen sich Gedanken um sinnvolle Nach-
nutzung des KTC.Wittenberg (wg).
Beim Richtfest für den zentralen Besucherempfang auf dem Arsenalplatz sprach Saleg-Geschäfts-führer Rüdiger Schulz davon, dass hier das „Wohnzimmer", die „gute Stube" für Witten-bergs Bürgerschaft entstehe. Die Frauen der CDU-Stadtratsfraktion haben sich nun Gedanken gemacht, wo künftig das „Kinderzimmer" der Stadt sein könnte und haben das Kultur-und Tagungszentrum (KTC) im Blick.
„Das Gebäude liegt zentral, da Teile unter Denkmalschutz stehen, wird es keinen Abriss geben, Ideen für eine 
Nachnutzung sind gefragt", erklärt Dr. Gabriele Haseloff. Wittenbergx habe einen sehr liebenswerten
Tierpark, Schwimmbad und Kino, das allein reiche aber nicht aus. „Dass hier etwas fehlt, merken Eltern und Großeltern, wenn sie mit ihrem Nachwuchs nach Halle oder Dessau fahren", berichtet Angela Menzel.
In Halle betreibt die Bau- und Wohnungsgenossenschaft Hal-le-Merseburg (BWG) mit dem „Erlebnishaus" seit Dezember 2009 auf rund 1.000 Quadrat-metern eine große Indoor-Spiel-halle sowie eine für unterschiedliche Veranstaltungen nutzbare Begegnungsstätte. 
Das Objekt verzeichnet rund 35.000 Besucher im Jahr und bietet jede Menge Platz für Familien sowie vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Das „Dessolino" in der Brauerei in Dessau-Roßlau hält auf 1.500 Quadratmetern ein interessantes Spielparadies-Angebot für Kin-der und Jugendliche bereit. „'Dessolino' und,Erlebnishaus' werden sowohl von Einheimischen als auch Gästen von außerhalb gern und oft frequentiert", sagt Haseloff, „warum schaffen wir nicht auch in unserer Stadt entsprechende Voraussetzungen und machen aus dem KTC eine , Wittenberger Erlebniswelt'?"

Lesen Sie weiter auf Seite 3.
 

Fortsetzimg von Seite l

Dafür könne man einen externen Betreiber suchen oder dieses Projekt in den Eigenbetrieb „Kommunale Bildungseinrichtungen der Lutherstadt Witten-berg" integrieren, der zum 1. Januar gegründet werden soll. In der „Wittenberger Erlebniswelt" sollen nach Vorstellung der CDU-Frauen Kinder, Eltern, Großeltern, Touristen, Schulklassen und Kindergärten Interessantes entdecken, spielerisch und aktiv ihr Wissen vertiefen und gleichzeitig ihre Freizeit bzw. Ferien erlebnis-und abwechslungsreich gestalten. „Bei der inhaltlichen Ausrichtung wollen wir gezielt ortsansässige Firmen ansprechen", erklärt Franziska Buse. So wolle man zum Beispiel SKW für ein chemisches Versuchskabinett gewinnen. Angedacht werden unter anderem ein Kletterparcours im großen KTC-Saal, ein Wasserspielplatz sowie ein Bereich speziell für Kleinkinder. Die „Wittenberger Erlebnis
welt" mit ihren Freizeit- und Bildungsangeboten soll in den Unterricht der Schulen einge bunden werden. Außerdem sollen das Planetarium im Bildungszentrum Lindenfeld sowie ortsansässige Vereine beteiligt werden wie die Telefon- und Techniksammlung des Freundeskreises Wilhelm Weber („Morsen lernen"). 
Auch Heimat und Natur werden nicht zu kurz kommen:  „Im großen Saal könnte man die Eibauen    interaktiv    erlebbarmachen mit Biber und Insekten und in der Höhe den Kletterparcours mit Baumhäusern", so Menzel. In Zusammenarbeit mit den Naturparken Dübener Heide und Fläming könnte die Natur erlebbar werden - mit einem Klangraum für das Röhren der Hirsche in der Brunft, Wolfsgeheul, Stimmen aus der Vogelwelt. Bezüge zur Reformation könnten die Kirchenmusik zu Luthers Zeiten mit Kennenlernen historischer Musikinstrumente oder das Aufwachsen der Kinder in Luthers Haushalt herstellen.

Am Montag wollen Dr. Gabriele Haseloff, Franziska
Buse und Angela Menzel ihre Ideen von der 
„Wittenberger Erlebniswelt", so der vorläufige Arbeitstitel, in der CDU-Ratsfraktion vorstellen, 



dazu haben sie als Fachmann Ernst Isensee eingeladen, einer der beiden Vorstände der BWG, die in Halle erfolgreich das „Erlebnishaus" betreibt. „Wir wollen fraktionsübergreifend um Akzeptanz für dieses Projekt werben", versichert Haseloff.


Wochenspiegel Wittenberg, 11. Mai 2011


Es sieht schlecht aus
Seit 20 Jahren ist die Zukunft ungewiss

Wittenberg (aw). Wer kennt es nicht das KTC: Viele Wittenberger haben schon ihre Kindheit und Jugend in den Sälen verbracht. Jeder hat persönliche Erinnerungen und weiß etwas über seine Erlebnisse zu erzählen.
Die über 80-Jährigen gingen zu "Muths" feiern, und einige Generationen hatten Jugendweihe, Tanzstunde und Abschlussbälle. Im Sozialismus wurde der Prunk im Saal entfernt und mit dem neuen Anbau entstand ein Kulturhaus, das Haus der Schaffenden "Maxim Gorki", genannt "Gorki". Zwei Jahrzehnte sei das Gebäude bewusst vernachlässigt worden, meint Dieter Schäfer, seit 1979 Vorsitzender des Wittenberger Kulturbundes, der im KTC sein Domizil hatte, "und zwar aus ideologischen Gründen." Immer wieder versucht Schäfer die Stadträte zu überzeugen: "Ich kenne keinen einzigen Grund, warum wir ein neues Stadthaus brauchen !“ Das KTC wäre nach einer Sanierung besser und billiger als ein neues Stadthaus: "Im ganzen Kreis gibt es nichts Vergleichbares !“ Das KTC sei funktionsfähig, 32.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr: "Es brummt und ist ausgebucht, auch ohne Renovierung!“ Der Anbau aus den 1970er Jahren gehöre unter Denkmalschutz gestellt, als "Späte Moderne der DDR". Natürlich müsse saniert werden, da wären die alten Fenster und die alten Sanitäranlagen, wo die Kanalisation hochdrückt: "Hier riecht es nach DDR." Schäfer ärgert sich über Aussagen von Kritikern des KTC, und dass der Brandschutz nicht mehr gegeben sei, hält er für einen Vorwand: "Mit einer Million ist alles saniert und mit drei wird es ein Palast."
Allein im Großen Saal können 523 Personen bequem am Tisch sitzen. Zusätzlich gäbe es dann immer noch eine Tanzfläche und eine Bühne. "Das Stadthaus ist eine Aula, ohne Bühne und ohne Küche." Muths Festsäle seien schon im Jahr 1900 ein Kulturhaus gewesen, in dem es Ballett und Theater gab: "Wollen wir wirklich unser historisches Kulturhaus für dieses neue Stadthaus hergeben?"
Foto: Antje Weiß

Das Interview fand im Januar 2011 statt. 

Das haben wir .   Noch !


Kreiskulturhaus "Maxin Gorki"

KTC Nordseite

KTC Südseite

Den Mandatsträgern der Stadt wird von interessierter Seite eingehämmert, daß das KTC nur ein maroder unbrauchbarer Rest, bzw. eine Bausünde, der DDR ist. Weg damit! -Wir brauchen nur eine Aula für den "Campus Wittenberg"-. Schließlich wurden für diese "Aula" unter dem irreführenden Namen "Stadthaus" schon 1,4 Millionen verbraucht.
Das KTC floriert trotzdem und begrüßte im Jahr 2010 etwa 33 000 Gäste, die sich dort wohlfühlten. Schützenswert ist es auch. Denkt mal darüber nach! Der Krieg einiger Mandatsträger gegen das KTC geht weiter, denn ein gut funktionierendes Haus mit DDR-Funktionsanbau kann eben nicht sein.   Der Palast der Republik lässt grüßen, wie unten zu lesen ist.
Vom "Campus Wittenberg und seiner Aula" spricht kaum noch jemand, war wohl mehr ein Vehikel, um an Fördermittel zu gelangen?
Jetzt entsteht dort der " Zentrale Besucherempfang für Touristen" mit angehängtem Stadthaus, denn das KTC muss weg.
(  Link zum KTC auf der Internetseite der Lutherstadt Wittenberg )
  Dort stehen die merkwürdigen Sätze:
Das Kultur- und Tagungszentrum (KTC) wird durch die Lutherstadt Wittenberg (Fachbereich Gebäudemanagement) betrieben. 
Künftig soll die Funktion des KTC durch den Neubau des „Stadthauses“ am Arsenalplatz ersetzt werden.


Dieser alberne Entwurf unten sollte der Ersatz für das KTC sein.
Doch es kam anders, im letzten Moment. Rudolf sei Dank!


Arsenalplatz 2007

Das Modell des "Stadthauses" , 9.9.2007
Der Saal sollte oben auf die Ruine des Stadt- hauses plaziert werden. Der hier sichtbare Baukörper enthielte dann nur Treppen und technische Funktionen.
 

Erdgeschoss

Zwischengeschoss

Das sollte einmal der Saal im Dachgeschoss werden. Als einziger Nutzraum - kläglich!
ISo war das Stadthaus gedacht.

herunterladen   Stadthaus Wittenberg

Im Erdgeschoss wurde bei den obligatorischen Grabungen das vermutliche Grab des askanischen Kurfürsten Rudolf II. gefunden.
Jetzt wird es wohl ein Museum werden, für die Touristen.

Der absurde Traum vom "Stadthaus auf der Ruine" ist wohl ausgeträumt.

Aber es gibt schon neue Pläne für ein Stadthaus, das die Bürger nicht brauchen. Dafur werden die Bürger ihr Kulturhaus (KTC) verlieren.
 

 Neues Einkaufszentrum und Besucherempfang entstehen auf dem Arsenalplatz:
Der Baustart soll im Juni sein 

Bauanträge und Gestaltungsvarianten sind in der Feinabstimmung.
Wittenberg (wg). Bauruinen und grabende Archäologen prägen derzeit das Bild auf dem Arsenalplatz, hinter den Kulissen wird auf Ebene der Verwaltung 
und Investoren emsig gearbeitet: „Für das Einkaufszentrum starten im Juni die Baumaßnahmen, die Eröffnung wird im vierten Quartal 2012 erfolgen", erklärt 
Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD).
In Vorbereitung ist das Entwidmungsverfahren von Straßenabschnitten im Bereich des Arsenalplatzes, die in das Eigentum des Investors übergehen. 
Die heruntergekommenen Objekte in der Jüdenstraße l und 2 sowie Markt 16 werden ab April abgerissen, einzige Auflage des Denkmalschutzes: 
Die wertvollen Sandsteinportale müssen erhalten bleiben. Bis Ende Mai beenden die Archäologen die Sicherungsgrabungen auf dem Arsenalplatz.
Es erfolgt eine umfangreiche Dokumentation der Befunde, was für die Nachwelt erhalten bleiben soll, ist derzeit in der Diskussion - wie zum Beispiel
der Gewölbekeller des Wittenberger Buchdruckers Hans Lufft. Die Bauanträge für das EKZ sind in Arbeit und werden zeitnah gestellt. Ebenfalls l
aufen die Feinabstimmungen für die Außengestaltung des EKZ sowie für die Neugestaltung des befestigten Teils des Arsenalplatzes, auf dem der 
Wochenmarkt stattfindet. Anfang des zweiten Quartals 2011 wird der Bauantrag für den touristischen Besucherempfang auf der Nordseite des 
Arsenalplatzes gestellt. Als erstes wird das als Stadthaus bezeichnete Veranstaltungs zentrum entlang der Freifläche an der Mauerstraße gebaut. 
Neuer Arsenalplatz: OB Eckhard Naumann ist optimistisch. Da geht nichts mehr schief
m Gegensatz zu früheren Planungen befindet sich der große Saal im Erdgeschoss. Dann folgen die Module Stadtinformation und Ratsarchiv im Bereich Jüdenstraße/Mauerstraße. Stadthaus, Stadtinformation und Ratsarchiv werden durch einen verglasten Kreuzgang miteinander verbunden - als Erinnerung an 
das ehemalige Kloster. Als viertes Modul wird die historische Stadtinformation, die sich in der ehemaligen Klosterkirche der Franziskaner befindet, realisiert.
Geplant ist kein herkömmliches Museum, sondern ein Haus, das über die Geschichte Wittenbergs als kurfürstliche Stadt informiert. Im Herbst 2012 soll 
die neue Ausstellung der Städtischen Sammlungen im gegenüberliegenden Zeughaus eröffnet werden. Zwar ist das Geld für den zentralen Besucherempfang 
noch nicht auf dem städtischen Konto,  aber die Fördermittelbescheide  befinden sich in der baufachlichen Prüfung und die Eigenanteile der Stadt sind bereits 
bestätigt.„Da kann nichts mehr schiefgehen, selbst wenn nach der Landtagswahl die Regierung komplett wechseln sollte", versichert Naumann.

Wochenmarkt
„Wir prüfen derzeit, ob es im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen zu Einschränkungen für den Wochenmarkt kommt", berichtet OB Naumann. 
Ein Ausweich- standort werde rechtzeitig bekannt gegeben. Viele Besucher des Wochenmarktes hätten in einer Umfrage das Gelände im Bereich der 
Polizeiturnhalle favorisiert, dort würde demnächst aber ebenfalls gebaut. Deshalb bevorzuge die Stadt das Areal in der Wallstraße gegenüber dem 
ehemaligen Gesundheitsamt.

Der linke Baukomplex im Bereich Juristenstraße und Mauerstraße wird die 
 Stadtinformation und das Ratsarchiv beherbergen, die Klosterkirche rechts
 wird Standort der historischen Stadtinformation. Auf der Freifläche in der Mitte 
 entlang der Mauerstraße entsteht das neue Stadthaus. 
Foto: Wolfgang Gorsboth

So könnte der zentrale Besucherempfang auf der Nordseite des Arsenalplatzes aussehen: Rechts die  historische Stadtinformation (Klosterkirche), in der Mitte das neue Stadthaus 
und links die Stadtinformation mit dem Ratsarchiv. Der Entwurf stammt von Ralf Niebergall, Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt. 
Foto: Stadtverwaltung.
 Aber auf der Homepage des Campus-Wittenberg steht immer 
 noch das alte Modell.  (Schäfer)


Mitteldeutsche Zeitung Wittenberg,  7. März 2009
Museumsinsel und Palast der Republik
Gräber-Fund in Wittenberg bringt allerlei andere Bauvorhaben durcheinander. Es ist die hohe Zeit der Ideen.
WITTENBERG/MZ/IRS - Der Fund des Kurfürstengrabes auf dem Witten- berger Arsenalpiatz zieht Kreise und tangiert dabei eine Reihe weiterer Gebäude respektive Bauvorhaben in der Lutherstadt. Gleichzeitig ist mit dem grund-sätzlichen Einvernehmen von Stadt und Land über eine Nutzungsänderung des früheren Franziskanerklosters am vergan- genen Mittwoch (die MZ berichtete) nun endgültig die Arena eröffnet für einen vor-läufigen, inoffiziellen Ideenwet- bewerb. Den Anfang hatte Wittenbergs Oberbürger- meister Eckhard Naumann (SPD) gleich bei der Medien-präsen tation der kurfürstlichen Gebeine am vorvergangenen Donnerstag gemacht. Sein „Szenario" (wie auch das von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister) sieht eine Art Rudolf-II.-Museum - ein Informa- tionszentrum von landesweiter Bedeutung - im Kloster und einen Umzug des dort ursprünglich geplanten Stadthauses in die Reit- halle neben dem Neuen Rathaus vor. Großer Vorteil: viele Park-plätze. Kleiner Nachteil: Mit der seit langem leer stehenden eingeschossigen Halle war eigentlich etwas anderes vorgesehen. Albrecht Steinwachs, Superinten dent a. D. ,  hatte sich  erfolgreich dafür stark gemacht, dort eine Galerie für Lucas Cranach den Jüngeren (und weitere Ausstellungen) einzurichten mit Blick auf dessen Jubiläums-jahr 2015. Ein Vorhaben, das es immerhin schon zu IBA-Reife gebracht hat, also Teil der Internationalen Bauausstellung werden könnte.
Wiewohl er Zweifel äußert, dass die schmale, lang gestreckte Reithalle ein gutes Stadthaus abgeben würde, zeigt sich Steinwachs im MZ-Gespräch angesichts der neuen Entwicklung recht gelassen.Er könne sich sehr gut vorstellen, dass die Cranach-Galerie im Ober geschoss des Klosters Platz findet. „Das wäre vielleicht sogar die bessere Lösung - unten Historie, oben lebendige "Ausstellungen.". Und zusammen mit dem benachbarten Zeughaus als Präsentationsort für die Stadtgeschichte im allgemeinen würde in Wittenberg „eine Art Museums- insel" entstehen, eine kleine Schwester des berühmten Berliner Vorbildes.

Morgenluft wittern unterdessen auch grundsätzliche Stadthaus- Kritiker und KTC-Freunde wie Dieter Schäfer, der  Vorsitzende des Wittenberger Kulturbundes.


Ein Stadthaus? Manch einer hängt am alten "Gorki". Heute KTC     Foto: A. Kuhn
 
Tagelang hing zu Jahresbeginn ein Plakat an der Tür des Kulturbund- Domizils im KTC. Es zeigte ein Bild des geplanten neuen Stadthauses am Arsenalplatz und, trug die sinngemäße Unterschrift: „Soll das unser Stadthaus werden?" Jetzt ist „das" so gut wie tot und Schäfer verhehlt nicht, dass er sich darüber freut. Sein Vorschlag: „Steckt 'ne Million (oder zwei) ins KTC. 
Das Haus brummt und genügt allen Ansprüchen", findet er nach wie vor und wirft den Verantwortlichen bei der Stadt erneut vor, sie hätten das Objekt 
mit seinem „schützenswerten" DDR-Anbau aus ideologischen 
Gründen - sein Stichwort: „Palast der Republik" - über zwei Jahrzehnte „bewusst vernachlässigt". Vor diesem Hintergrund bringt Schäfer einer der jetzt kursierenden Vorschläge besonders auf die Palme. 
Abreißen und neu bauen!", 
hatte kürzlich Stadtrat Richard Thomas (Freie Wähler) bei einem Ortstermin des Bauausschusses am Grab von Rudolf II. vorgeschlagen. 
Er meinte das KTC.
 Schlechte Nachricht für Thomas wie Schäfer: Weder für Sanierung noch für Abriss/Neu- bau des KTC gäbe es Geld, erklärte der Oberbürgermeister
Sie können die Seite als PDF herunterladen, indem Sie hier klicken: MZ  Museumsinsel und Palast der Republik

Rückblick

Mitteldeutsche Zeitung                         Leserbriefe                WBG  Donnerstag, 21.Dezember 2006     - 13 
                      Altstadtsanierung         Vor 4 Jahren stand dieser Leserbrief in der Mitteldeutschen Zeitung

KTC besser und billiger als ein neues Stadthaus

ZU: "Altstadt zur Hälfte fertig", MZ vom 14. Dezember, Seite 9:

Im o.g. Artikel über das Bürgerforum   zur   Sanierung  der Altstadt wird  auf meinen Diskussionsbeitrag in einer Weise eingegangen, die den Sinn entstellt. Es wird mir, wenn auch in ironischer Form, unterstellt, daß mir die Stadtent wicklung "schnurz" sei. Das ist beleidigend  für  mich, der  ich seit 28 Jahren ehrenamtlich in meiner Stadt tätig bin. So habe ich z.B. das Projekt " Kartierung schützenswerter Tore und Türen der Stadt" organisiert und das Ergebnis der Stadtverwaltung übergeben. 
Mein Beitrag zum Bürgerforum war ein anderer, als in der Zeitung vorgestellt. Da ich aus der augenblicklichen Situation heraus frei gesprochen habe, kann ich nur versuchen, den Inhalt zu reproduzie ren:
" Ich bin betroffen, ich bin tief betroffen, und ich bin auch direkt betroffen. Nach Eröffnung des  Stadthauses mit 600 Plätzen soll das "Gorki", Verzeihung!, das "KTC", geschlossen werden. Damit wird ein Haus stillgelegt, das den Bürgern fehlen wird. Das Haus hat zwei Säle, die auf 6 Monate im Voraus belegt sind. 
Es gibt eine moderne Küche, im Keller eine neue Heizungsanlage. das Dach ist dicht. Es gibt ausreichend  Nebengelaß  für einen optimalen Betrieb. 
Im Haus haben 6 Vereine Platz, die mit Unterstützung der Stadt dort erfolgreich tätig sind. 

Der Kulturbund, für den ich stehe, konnte vor einem  Jahr einziehen, wobei uns die Stadtverwaltung sehr geholfen hat. Diese Vereine stehen dann draußen. Das KTC ist bezahltes Eigentum der Stadt. Die vom Haushalt der Stadt zu tragenden Lasten für dieses Haus belaufen sich jährlich auf c 275 000 Euro. (Korr.:Es sind 200 000 Euro) 
Die Kosten für das neue Stadthaus schätze ich auf ca. 7 Millionen Euro. Nach meiner Kenntnis gibt es nur einen Saal, keine Küche, keine Bühne und kein ausreichendes Nebengelaß. Von "Catering" für die Gastronomische Versorgung ist die Rede. Die vom Haushalt der Stadt zu tragenden Lasten für dieses Haus würden sich durch Zinsdienst, Rückzahlung und Amortisation nach meiner Schätzung auf ca. 1 Million Euro belaufen. Dazu kommt dann ein Betreiberdefizit in ähnlicher Höhe wie bisher. Die angedachte Finanzierung durch die SALEG mit anschlie ßendem Leasing wird die Kosten wohl auch nicht senken. Das wollen Sie unseren Bürgern zumuten !
Ich habe gesprochen und mein Gewissen beruhigt.  Danke! "

In meinem Beitrag ging es darum, zu verhindern, daß ein funktionierendes und finanzierbares Kultur- und Tagungs- zentrum in der Nähe der Leucorea, der Kulturstätten und der Hotels weggeworfen wird und durch ein Prestigeobjekt ersetzt wird, 

das den Bürgern wenig nützt, aber Ihnen den Marktplatz nimmt. Nicht umsonst hieß der Arsenalplatz eine Zeit lang "Neumarkt".
Diese meine Absicht wurde in dem Zeitungsartikel grob verkannt. Mir persönlich wurde unterstellt, als "Vereinsfunktionär" nur meinen Verein retten zu wollen. Das ist beleidigend.
Nochmals zu dem Wort "schnurz": Schnurz ist die Stadtentwicklung eher denen, die nicht zur Diskussion gesprochen haben.

Dr. Dieter Schäfer, Wittenberg



Die veröffentlichten Lesermeinungen müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.
Die Redaktion behält sich das
Kürzen von Leserbriefen vor.
 
Hier sind wir:
MZ Lokalredaktion
Markt 20
o6886 Lutherstadt Wittenberg
Tel.: 03491/458810

 

 

Dieser Leserbrief ist heute so aktuell wie 2006. Sie können die Seite als PDF herunterladen, indem Sie hier klicken: MZ-Leserbrief 2006
 

Die Feinde des KTC geben nicht auf  zum Campus Wittenberg


siehe auch: ktc   , Kulturbund Sachsen/Anhalt   ,  hydrolab    ,  igelratgeber   ,  chemikalien-service    ,  Eilenstedt am Huy      ,
meidet Hochvolthalogenlampen      ,     riemer-museum
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