Dozenten Vorbereitung Grundausbildung Entgifter Rauch und Feuer Soldatenfreizeit

Klaus Buchholz wußte über das "KdF-Bad 
Rügen" mehr als alle. Er stammte von hier.
4 Wochen Prora
In der DDR gab es bis 1962 keine Wehrpflicht, die nationale Volksarmee war, im Gegensatz zu den übrigen Staaten des Warschauer Paktes, eine Freiwilligenarmee. Nachwuchsprobleme gab es immer. Naheliegend war es daher, Ingenieurstudenten vor Abschluss ihres Studiums im Kurzlehrgang zu Reservisten auszubilden. Die moralische Pflicht ließ sich damit begründen, dass der Staat schließlich das Studium finanzierte, u.a. mit Stipendien für alle.
Die männlichen Studenten der Ingenieurschule Koethen (Immatrikulation 1956) fuhren am 16.Oktober 1958 geschlossen mit Sonderzug nach Prora auf der Insel Rügen. Ein besonderer Spaß war dabei die Teilnahmepflicht der Dozenten, soweit sie wehrfähig waren. In Prora fanden wir eine endlos lange Kaserne vor, die direkt an einem herrlichen Strand und in einer schönen Umgebung lag. 
Klaus Buchholz, der leider schon verstorben ist, klärte uns auf, da er seine Jugend im benachbarten Binz verbracht hatte. Die "Kaserne" war das unvollendete "KdF-Bad Rügen" aus Hitlers Zeit, das nach 1945 von der NVA teilweise zur Ausbildungskaserne ausgebaut wurde. 
Nach 4 Wochen verließen wir Prora als vereidigte Reservisten des Mot.-Schützen-Regiment 19 ( MSR 29) und ausgebildet als "Entgifter", "Nachrichtentruppe", "Panzerschützen" usw..
Mit der Einführung der Wehrpflicht 1962 erwies sich das als Vorteil, da wir so vor dem Wehrdienst geschützt waren und nur von Zeit zu Zeit als Reservisten gezogen wurden. 

Als Leiter der Fotogruppe der Ingenieurschule Koethen beantragte ich eine Fotogenehmigung, um im Auftrag der Schule nach der Heimkehreine Fotoausstellung zu gestalten.  Mein väterlicher Freund, Student und Hauptmann Fritz Zähle, setzte sich für mich ein und übermittelte mir eine mündliche Zusage. Ich hatte nun innerhalb des Zuges eine gewisse Narrenfreiheit und konnte direkt während der Ausbildung aus dem Glied treten und mit meiner Werra fotografieren. Ich ließ mich außerhalb des Zuges nicht mit Kamera sehen, was richtig war. Nach 14 Tagen teilte mir mein Freund mit, daß es entgegen seiner Annahme gar keine Genehmigung gibt. Ich solle den Offizieren nichts sagen und vorsichtig weiter machen. Das tat ich dann auch.          Dieter Schäfer ,   www.schaeferwittenberg.de 

 

 

Eine lange ermüdende Anfahrt 
am 16. Oktober 1958 (Trobisch, Schlenz)
 
anklicken
anklicken
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dozenten Vorbereitung Grundausbildung Entgifter Rauch und Feuer Soldatenfreizeit